Das Jahr 2023
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Sonntag, der 1. Januar 2023

Da uns die übliche Silvester-Schießerei nichts bringt und der schlimme Krieg in der Ukraine allen Anlass gibt, in das neue Jahr 2023 nachdenklich und sogar betend zu gehen, haben wir uns zum Jahreswechsel in die Pfarrkirche Maria Hilf in Berching begeben - mit Gottesdienst und Aussetzung des Allerheiligsten. Kaum Besucher da, dafür umso feierlicher!
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Heilige Drei Könige - Freitag, der 6. Januar 2023

Katharina, Toni und Dennis besuchen uns am Dreikönigstag zur nachträglichen Bescherung im Gluckhaus.
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Samstag, der 21. Januar 2023
Das Ereignis des Jahres 2023 in und am Gluckhaus wird das Mai-Konzert des Sopranistgen Arno Raunig in der Kirche St. Willibald in Weidenwang sein. Wir freuen uns schon heute riesig und besichtigen den weihnachtlich geschmückten Chorraum der Kirche, um eine Vorstellung über die Künstlerpositionen beim Konzert zu gewinnen.

Derweilen schneit es draußen und Herr Gluck bekommt ein weiße Haube.

Nicht recht viel anders ergeht es unserem
"Orfeo spinario" im Berchinger Garten.

Doch wenige Tage später ist der weiße Zauber schon wieder vorbei und es scheint fast frühlingshaft die Sonne. Diesmal freuen wir uns über die Milde im Winter, denn im Haus ist es wegen der Gaskrise nur 19° warm.
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Kulinarik im Gluckhaus von Januar bis März 2023
An den Sonntagen gibt es im Gluckhaus wie gewohnt etwas Gutes zum Mittagessen, auf dem Holzherd gekocht und dem Charakter des Hauses nach meistens bayerisch-deftig!
Um die Besucher dieser Seite nicht mit zu vielen Bildern von den einzelnen Mittagessen zu nerven, hier nur ein kleine Auswahl:

Dieses Essen - Rippchen mit Sauerkraut - ist insofern erwähnenswert, als es sich hierbei um das Lieblingsessen Christoph Willibald Glucks handelt:

Zum Standard des Gluckhauses gehören Schäufele nach fränkischer Art mit rohen Knödeln und Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat:

Und weil es gar so gut ist, gleich noch einmal Gluck's Lieblingsspeise: Rippchen mit Sauerkraut und Kartoffeln!
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Februar 2023
In diesem stillen Wochen arbeiten wir intensiv an unserem Redemanuskript und der Präsentation für die Vorträge, die wir am 29. April für die hiesigen Gluckfreunde geplant haben - nicht nur, aber auch im Hinblick für das Raunig-Konzert am 20. Mai 2023. Hier unsere Vorankündigung der Veranstaltungen und das Titelblatt des Vortrags:
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Freitag, der 27. Januar 2023
Das erste Jahresdrittel 2023 steht am Gluckhaus ganz unter den Zeichen der
Familie Singer aus Erasbach, der wir an dieser Stelle für ihr selbstloses Engagement herzlich danken. Eines ist sicher: Ohne die Singers hätten wir von unseren diesjährigen Plänen rein gar nichts zustande gebracht!
Da ist zum einen das Klavier. Ohne ein echtes Pianino vor Ort kann das Mailonzert mit Arno Raunig und Prof. Paul Weigold nicht stattfinden, aber woher ein solches Instrument nehmen und nicht stehlen. Nirgends wurden wir fündig - und der Verleih durch die Fa. Steinway & Sons in Frankfurt hätte deutlich unser Budget überschritten!
In nahezu aussichtloser Lage helfen uns Norbert Singer und sein Schwiegersohn aus der Patsche und holen für einen Appel und ein Ei das Klavier aus Neustadt an der Waldnaab ab, das ich einst meinem Sohn Florian geschenkt hatte. Der Transport verläuft problemlos, das Klavier passt wenigstens gut zum Ambiente des Gluckhauses - und die Konzertplanung kann nun endlich weitergehen!

Auf diesen
"Gleisen" aus Holz rollt am Abend das Klavier endlich an!

Endlich am Platz! Zum Konzert muss das Klavier aber noch von hier in die Kirche gebracht werden. Da helfen uns die Weidenwanger!

Am Schluss der Aktion ein kleines Abendessen für die Handwerker - als symbolisches Dankeschön!
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Sonntag, der 12. Februar 2023
Nun können wir uns wenigstens mit einem richtigen Essen bei der Familie Singer revanchieren. Herr Willibald Götz aus Großberghausen hat am Röschberg ein Reh geschossen und uns den Rehrücken überlassen. Es ist der erste unseres Lebens!

Vorweg zugegeben: Es ist das beste Fleisch, das wir je in unserem Leben gegessen haben!

Die Sauce haben wir schon am Vortag zubereitet - mit Rot- und Portwein, gerösteten Gewürzen, Wildfond und den ausgebeinten Resten des Rehrückens: 4-5 Stunden Kochzeit! Dazu gibt es Rote-Beete-Apfelpüree auf Calvados-Birnen, und als Beilage in Butter geröstete Gnocchi!

Vor dem Essen als Aperitif ein Gläschen Portwein!

Hier das Resultat unserer Bemühungen in Nahaufnahme.

Wir denken, es hat allen gemundet!

Und gottseiddank ist diesmal beim Kochen auch nichts schief gegangen! Wir sind keine Profis.

Nachmittags zu Kaffee und Kuchen eine von Burga Singer gebackene Schokoladen-Kirsch-Sahne-Torte!
Ein schöner Tag!
Am Ende waren alle zufrieden und froh - wie man sieht!

Aber damit ist der Singer'sche Einsatz für das Gluckhaus noch lang nicht zu Ende ...
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Dienstag, der 21. März 2023
Den ganzen Winter über ist unser Felsenkeller wegen Wassereinbruchs im Herbst provisorisch abgedeckt gewesen.
Am Dienstag, den 21. März, ist es dann endlich soweit: Bei steigenden Tempertaturen kann nun mit dem neuen, mehrschichtigen Dachaufbau begonnen werden.

Zunächst wird die vorbestehende Fiberglaswanne, die offensichtlich zuvor stellenweise gebrochen war, mit einer doppelten Bitumen-Dickschicht hermetisch abgedichtet. Und wer von der Fa. Englmann ist da im Einsatz? Der Seniorchef, Herr Ludwig Englmann, persönlich und natürlich - unser lieber Norbert Singer, ein Faktotum und Tausendsassa!
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Sonntag, der 26. März 2023
An diesem Wochenende sind dann endlich unsere beiden Plakate, auf denen wir unsere diesjährigen Veranstaltungen zu Gluck ankündigen, zum Einsatz gekommen. Wir hoffen, sie werden ein Erfolg!

Das Konzert-Plakat selbst - und damit das Design beider Plakate - stammt von Victoria Kudricheva, Arno Raunigs Gattin!

Am selben Sonntag bekommt unser
Herrgott von Weidewang, dem wir soviel verdanken, den geschmackvollen Osterschmuck, den einige Damen aus Weidenwang zu den anstehenden Feiertagen gebastelt haben: eine Rose und einen stilisierten Palmwedel! Am kommenden Sonntag ist nämlich schon Palmsonntag!

Auch die selbst gebastelte Osterkerze aus der Weidenwanger Kirche gefällt uns so, dass wir sie sofort für unser Gluckhaus erstehen!
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Samstag, der 29. April 2023

Am Samstag, den 29. April 2023, bereiten wir in je einer Vormittags- und einer Nachmittagslesung den Stoff
"Gluck und die Kastraten" für einen erlesenen Kreis an Gluck-Enthusiasten auf (siehe auch Plakat oben), berichten von der Bedeutung der italienischen Kastratensoprane für Gluck und seine Opernreform, schildern das weithin missverstandene Verfahren der barocken Knabenkastration am plastischen Bild der historischen
"Sauschneider" und beschäftigen uns am Ende mit dem berühmtesten aller Kastratensänger, Farinelli, berichten von seinem Leben und Sterben sowie von seiner Bedeutung für Gluck.

Der Nachmittag klingt mit einem gemütlichen Beisammensein in der Guten Stube des Gluckhauses aus.
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Samstag, der 20. Mai 2023
Endlich ist es soweit: Der Sopranist Arno Raunig aus Österreich und der Dirigent und Pianist Prof. Paul Weigold aus Hannover geben uns die Ehre und verbringen einige Tag am und im Gluckhaus, um dann am Abend des 20. Mai in der Barockkirche St. Willibald in Weidenwang ein wunderbares Konzert mit frühen und späten Gluck'schen und Händel'schen Arien zu geben!
Das ist der Lohn vieler Mühen, denn die Vorbereitung war für uns, vor allem wegen der relativ komplizierten Besorgung und Wartung des Pianinos und einiger gesundheitlicher Unbilden nicht ganz leicht gewesen.
Kurze Probe im Gluckhaus:

Durch Klick auf das Bild kann man ein wenig in die Kostprobe hineinhören (bei minderer Handyqualität).
Proben machen hungrig und lustig! Von links nach rechts: Paul Weigold, Arno Raunig, Victoria Kudricheva, Oksana Robl.

Einführung zum Thema meinerseits. Die Künstler müssen noch ein wenig warten!

Durch Klick auf folgendes Bild gelangt man zu einem Handy-Mitschnitt der Zugabe, von der Empore aus: Alessandro Stradella - "Pietà signore". Die Tonqualität ist hier, methodisch bedingt, stark eingeschränkt.

Das Programm und Textbuch des Konzertes kann hier heruntergeladen werden!
[Programm und Textbuch Konzert 20. Mai 2023]
Dieses Konzert vom 20. Mai 2023 trägt folgende Attribute: unwiederholbar, einmalig, exklusiv, innovativ. Kurz: Es war ein voller Erfolg!
Am nächsten Tag: Abschied von Herrn Ritter von Gluck und seinem Geburtshaus in Weidenwang!
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Sonntag, der 28. Mai 2023
Wir besuchen mit Mama die Gluck'sche Oper
"Telemaco" im Stadttheater Erfurt. Es handelt sich um eine Neuinszenierung dieser sehr selten inszenierten Oper in der sogenannten Coltellini-Fassung von 1765, unter der musikalischen Leitung des französischen Dirigenten Nicolas Krüger. Dass es sich dabei um eine Neufassung der Gluck'schen Hochzeitsoper von 1749 handelt, welche nie aufgeführt wurde,
[Link] ist freilich den Machern entgangen.
Die Oper ist modern inszeniert, mit den Lichtstäben als Kulisse, in einer originellen Fassung. Auch hat uns die Wucht dieses Werkes, welches zwei Handlungsfäden in sich vereint (den Niedergang der Zauberin Circes und die Rettung des Odysseus, einmal mit einem tragischen, einmal mit einem glücklichen Ende) überrascht. Dass die Oper 1765 ein Misserfolg wurde, ist aus heutiger Perspektive nicht zu verstehen. Alles in allem eine gute und ansprechende Leistung des Ensembles im Stadttheater Erfurt!
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Das erst 2022 neu eröffnete Stadttheater Erfurt, westlich des Domhügels, ist ....
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... von außen ein moderner, aber insgesamt wenig imposanter Flachbau, in dem viel Glasflächen verbaut wurden.
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Im Inneren beeindruckt der überdimensionale schwarze
"Blumentopf", in dem das eigentliche Theater mit Bühne, Orchestergraben und vielfach bestuhltem Auditorium steckt.
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Zahlreiche Leuchtstäbe repräsentieren die Kulisse, sie wechseln bei Bedarf Farbe und Konfiguration und deuten damit die jeweilige Szenerie an, wie z. B. hier im Bild den Zauberwald der Circe, die verwandelten Gefährten des Odysseus. Eine originelle Lösung, die uns trotz unserer Vorliebe für historisch getreue Kulissenbauten überzeugt hat.
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Am Ende tosender Applaus! Von links nach rechts: Ulisse = Julian Freibott, Circe = Candela Gotelli, Telemaco = Valeria Mudra, Asteria = Daniela Gerstenmeyer und Merione = Evelina Liubonko.
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Dienstag, der 30. Mai 2023
Derweilen ist am Gluckhaus Weidenwang der Vorgarten in seiner ganzen Pracht nach und nach aufgeblüht:
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Sonntag, der 11. Juni 2023 - der Witz des Jahres
Soeben auf der Titelseite der Gluck-Festspiele Nürnberg Folgendes (rote Umrandung durch uns) entdeckt - der Witz des Jahres 2023: Gluck sei
in Berching geboren worden! Zustande gekommen ist dieser Unfug - wohlgemerkt wider besseren Wissens - wahrscheinlich dadurch, weil man sich gewissen Kreisen in Berching andienen will, das sich vor einigen Jahren den Titel
"Gluckstadt" verliehen hat.

Für diejenige, die die Biografie Glucks nicht näher kennen:
Christoph Willibald Gluck wurde am 2. oder 4. Juli 1714, zum Ende des Spanischen Erfolgekriegs (1701 bis 1714), im Dorf Weidenwang geboren, das - nach dem Frieden von Rastatt - dem Kurfürsten Maximilian II. Emanuel zugefallen war. Weidenwang lag also in
kurbaierischem Hoheitsgebiet.
Berching lag in einem anderen Hoheitsgebiet, im
Hochstift Eichstätt. Die Grenzstation östlich der Sulz lag an der Wegscheid bei Rappersdorf, ihre Gebäude (mit großem Stall) sind noch heute vorhanden. Das Hochstift Eichstätt war während des Spanischen Erbfolgekrieges mit dem Kaiserreich alliiert, es war demnach in Bezug auf Weidenwang (oder auch den nächsten Gluck'schen Wohnort Erasbach)
Feindesland.
Zwischen beiden Territorien, dem Hochstift Eichstätt und Kurbaiern, lag eine Grenze, die im Wald über Berching viel von Schmugglern benutzt wurde und obendrein im Krieg hochgradig invasionsgefährdet war. Glucks Vater Alexander Gluck versah dort von 1711 bis 1717 neben dem Forstdienst von Seligenporten die Aufsicht als kurpfälzischer/kurbaierischer Grenzjäger.

Der rote Punkt in der Karte markiert den Geburtsort Weidenwang.
Wer bei dieser politischen Sachlage Gluck zu einem gebürtigen Berchinger macht, demonstriert damit nur eines - nämlich, dass er selbst von der Landesgeschichte und von Glucks Leben nicht die geringste Ahnung hat! Dem eh schon biografisch wie werkgeschichtlich vielfach malträtierten Komponisten erweist er mit diesem Vorgehen einen weiteren Bärendienst:
Geschichtsklitterung in besonders primitiver Form!
PS: Nach unserem Dafürhalten weilte Christoph Willibald Gluck nur einmal in der Stadt Berching, und zwar in der Nacht vom 12. zum 13. April 1764 im Pettenkoferschen Gasthaus (heutiges Rathaus), das damals noch Poststation war. Dass die Stadt Berching Gluck irgendetwas Besonderes bedeutet hätte, ist nicht anzunehmen. Mehr hierzu unter folgendem
[Link]
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